Newsticker

Fraunhofer IML plant Logistik des größten Teilchenbeschleunigers der Welt für CERN

CERN: Large Hadron Collider

Der leistungsstärkste Teilchenbeschleuniger der Welt, der Large Hadron Collider der Europäischen Organisation für Kernforschung CERN, ist seit September 2008 in Betrieb. Sein Laufzeitende ist für 2035 geplant. Doch was kommt danach? Über 70 Teams weltweit planen den Nachfolger »Future Circular Collider« – und die Logistik stammt aus Dortmund. Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML hat das Logistikkonzept für das Jahrtausendprojekt entwickelt und die Ergebnisse einer Vorstudie am 11. April 2018 in Amsterdam vorgestellt.

Jedes Jahr treffen sich Fachwelt und die an der Planung beteiligten Teams zur »FCC-Week«. Auf der diesjährigen Konferenz in Amsterdam haben Forscher des Fraunhofer IML die Ergebnisse ihrer Vorstudie der Planungskommission des CERN vorgestellt.

Um neue Erkenntnisse in der Hochenergie-Physik gewinnen und so vielleicht den Beweis für die so genannte Dunkle Materie liefern zu können, bedarf es eines neuen Teilchenbeschleunigers. Um das notwendige Energieniveau für die Experimente zu erreichen, müssen energiereichere Teilchen verwendet werden – mit dem Large Hadron Collider (LHC) unmöglich. Die Lösung: ein größerer Beschleuniger. Nicht mehr rund 27 km, sondern bis zu 100 km Umfang soll der Future Circular Collider (FCC) haben. Die dafür benötigten Bauteile werden weltweit gefertigt und müssen innerhalb von ein bis zwei Jahren an die Baustelle des FCC geliefert werden – eine logistische Herausforderung.

Das Fraunhofer IML hat seit 2017 den gesamten Transport der Bauteile beleuchtet: den oberirdischen Transport der Bauteile zur Baustelle mittels verschiedener Verkehrsmittel als auch den unterirdischen Transport an der Baustelle. Zu den Bauteilen zählen auch Dipol-Magnete, die später die beschleunigten Teilchen innerhalb des Tunnels auf Kurs halten werden. Bei 4000 bis 6000 Magneten von jeweils 60 bis 80 Tonnen Gewicht ist der Transport eine Mammutaufgabe. Vor allem, da die Hochleistungsmagnete extrem sensibel sind und im montierten Zustand nur sehr geringe Erschütterungen und Beschleunigungen von unter 0,1 g vertragen – fast unmöglich mit einem konventionellen Transportsystem. Daher hat das Fraunhofer IML ein neues, modulares Fahrzeugkonzept entwickelt, das den Anforderungen gewachsen ist.

Zur vorgestellten Studie gehören außerdem Vorschläge für die Wahl geeigneter Zwischenlager und den Standort der Forschungsanlage sowie verschiedene Szenarien für die Lieferung aller zum Bau benötigten Materialien innerhalb des gewünschten Zeitplans.

Quelle: Fraunhofer IML/Bildquelle: 2009-2018 CERN (License: CC-BY-SA-4.0)

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*