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Anhaltendes Wachstum beim Containerumschlag im Rotterdamer Hafen

Hafen Rotterdam

In den ersten drei Quartalen 2018 fiel der gesamte Umschlag im Rotterdamer Hafen um 0,4 Prozent niedriger aus als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Jahres 2017 wies der Containerumschlag ein kontinuierliches, starkes Wachstum auf mit einem absoluten Höchstwert im August.

In den Produktsegmenten trockenes und flüssiges Massengut wurden dagegen Volumenrückgänge verzeichnet. Positive Ausnahmen waren hier LNG und Biomasse. Insgesamt wurden bis einschließlich September 350 Millionen Tonnen umgeschlagen, es waren 1,5 Millionen Tonnen weniger als im Vorjahr. Es wird erwartet, dass dieser Unterschied im vierten Quartal abnehmen wird und der gesamte Umschlag für das ganze Jahr 2018 nahezu auf dem gleichen Niveau liegen wird wie 2017.

Allard Castelein, CEO des Hafenbetriebs Rotterdam: „Die zugrundeliegende Verschiebung der Umschlagszahlen, die in den vergangenen Quartalen sichtbar war, setzt sich fort. Ich freue mich, dass das gesunde Wachstum im Bereich der Container – einem der strategischen Eckpfeiler des Hafenbetriebs – sich durchsetzt. Angesichts der Energiewende und des Klimavertrags scheint ein allmählicher Rückgang bei den fossilen Brennstoffen unvermeidlich zu sein. Er bietet Möglichkeiten für Wachstum bei LNG und Biokraftstoffen, so wie es sich dieses Quartal wieder gezeigt hat.“

Container
Die Containervolumen verzeichneten auch 2018 einen starken Zuwachs um 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (in TEU gemessen), das resultierte in einem Umschlag von 10.780.204 TEU. Der stärkste Anstieg konnte in den ersten sieben Monaten verbucht werden. Mit 136.500 Tonnen war August ein Rekordmonat.

Das Wachstum in den ersten neun Monaten 2018 war bei jeder Handelsroute unterschiedlich: auf dem Handelsweg Asien-Europa stieg die Zufuhr der beladenen Container um 10 Prozent an, der Abtransport sank jedoch um -7,6 Prozent. Auf dem Handelsweg nach Nordamerika stieg der gesamte Umschlag um beinahe 10 Prozent, der Handelsweg nach Südamerika verzeichnete einen Zuwachs von über 20 Prozent.

Die Shortsea-Volumen weisen etwas weniger Wachstum auf. Es handelt sich vor allem um die Shortsea-Fahrten nach England infolge der weniger guten Leistung der britischen Wirtschaft.

Flüssiges Massengut
Beim Umschlag von flüssigem Massengut gab es einen Rückgang von über 1 Prozent. Insbesondere der Umschlag von Rohöl ging infolge der gesunkenen Raffinerieproduktion in Deutschland und in Belgien sowie eines Wartungsstopps bei der Raffination in Rotterdam zurück.

Der Umschlag der mineralen Ölprodukte fiel in den ersten neun Monaten um 1,5 Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Der Rückgang wurde vor allem durch weniger Umschlag von Heizöl verursacht, was wiederum eine Folge von weniger Handel mit Singapur war. Andere Ölprodukte, wie zum Beispiel Diesel und Benzin, wiesen gerade einen Anstieg auf.

Der Umschlag von LNG verzeichnete einen kontinuierlichen, starken Anstieg und notierte im September einen Monatsrekord von beinahe 0,8 Millionen Tonnen. Dieser Anstieg war größtenteils auf die stete Zufuhr von LNG mit kleinen Schiffen aus dem Jamal-Feld in Russland zurückzuführen, die für den Weitertransport an andere Zielorte in der Welt auf große LNG-Tanker umgeschlagen wird.

Trockenes Massengut
Der Umschlag von trockenem Massengut sank um 7,3 Prozent. Insbesondere wurde weniger Agrarmassengut und Eisenerz umgeschlagen als in den ersten drei Quartalen 2017. Der Umschlag von Agrarmassengut liegt deutlich unter dem Vorjahresniveau (-18 Prozent). Dies ist unter anderem auf weniger Lieferungen aus Südamerika infolge schlechter Ernten sowie niedrigere Weizenpreise zurückzuführen, wodurch in Europa produzierter Weizen genutzt wurde und es somit weniger maritime Zufuhr gab.

Die Zufuhr von Erzen war vor allem im ersten Halbjahr geringer und ist bis zum einschließlich dritten Quartal beinahe um 6 Prozent niedriger als im Vergleichszeitraum vorigen Jahres. Aufgrund der steigenden Stahlproduktion und niedriger Erzvorräte in Europa wird in den kommenden Monaten wieder mehr Zufuhr erwartet.

Der Umschlag von Kohle ist im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent niedriger. Infolge des überdurchschnittlich warmen Sommers, der steigenden Preise für CO2-Emissionsrechte und des Wachstums im Bereich des nachhaltig erzeugten Stroms gab es weniger Nachfrage nach Kohle. Die Zufuhr von Koks für die Industrie steigt jedoch gerade aufgrund der steigenden Stahlproduktion.

Quelle: Hafen Rotterdam, Bild: Ries van Wendel de Joode

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