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Eurogate mit solider Bilanz 2018

Eurogate: Hafen

Die Eurogate-Gruppe hat die Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres 2018 vorgestellt, das von den Auswirkungen der in den Vorjahren erfolgten Konsolidierungswelle innerhalb der Reederei-Allianzen geprägt war. Der Konzern erwirtschaftete 2018 einen Jahresüberschuss von 67,3 Millionen Euro. Im Jahr 2017 konnten noch 85,2 Millionen Euro erwirtschaftet werden. Der Rückgang im Ergebnis geht im Wesentlichen auf Einmaleffekte zurück, die 2017 noch erheblich zum Ergebnis beigetragen hatten. Die Umsatzerlöse lagen mit 604,0 Millionen Euro nur knapp unter dem Wert des Vorjahres von 607,9 Millionen Euro.

Das Eurogate Container Terminal Hamburg konnte so im zweiten Halbjahr einen deutlichen Mengenanstieg verzeichnen und den Negativtrend der beiden Vorjahre umkehren. Das Eurogate Container Terminal Wilhelmshaven profitiert vom steigenden Einsatz von Großcontainerschiffen mit bis zu 23.000 TEU Transportkapazität und verzeichnet im dritten Jahr in Folge ein zweistelliges Mengenwachstum. Der stetig steigende Kostendruck auf Seiten der Reedereien und der anhaltende Trend in der Schiffsgrößenentwicklung stellen die Häfen und deren Betreiber jedoch weiterhin vor große Herausforderungen.

Michael Blach, Vorsitzender der Eurogate-Gruppengeschäftsführung: „2018 war für Eurogate ein spannendes und wiederum herausforderndes Geschäftsjahr, welches wir aber letztlich mit einem akzeptablen Ergebnis abschließen konnten. Die umfangreichen Veränderungen durch die Restrukturierung der Allianzen haben wir als Chance verstanden und bestmöglich genutzt. Der positive Trend, den wir seit Mai 2018 in Hamburg und ganzjährig in Wilhelmshaven zu verzeichnen hatten, zeigt, dass sich unsere Anstrengungen gelohnt haben. Wir können mit den Zahlen für 2018 zufrieden sein, dürfen uns aber mit dem Erreichten nicht zufriedengeben. Der Wettbewerbsdruck unter den Reedern wird weiter steigen und stellt uns auch in Zukunft vor große Herausforderungen. Daher müssen wir weiter an unserer Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit arbeiten und uns auch künftig der Optimierung unserer Prozesse widmen. Dabei spielen Standardisierung und der Einsatz von Digitalisierungs- und Automatisierungstechnologien langfristig eine tragende Rolle.“

In Bremerhaven blieb der Containerumschlag mit gut 5,47 Millionen TEU auf konstantem Niveau  im Vergleich zum Vorjahr mit 5,54 Millionen TEU. Die Fahrplanwechsel der Reederei-Allianzen im April/Mai 2018 haben sich an diesem Standort nicht nennenswert ausgewirkt. Die weiteren Aussichten werden zwar durch den Abzug von vier Transatlantik-Diensten der The Alliance zum Jahresbeginn 2019 nach Hamburg-Altenwerder getrübt, aber die Entwicklungen am NTB North Sea Terminal Bremerhaven und bei MSC Gate sind vielversprechend und können den Umschlagsverlust unter Umständen mittelfristig weitgehend kompensieren.

Am Eurogate Container Terminal Hamburg sank der Umschlag zwar leicht um insgesamt drei Prozent auf knapp 1,64 Millionen TEU (Vorjahr: 1,69 Millionen TEU), aber die Integration von Hamburg Süd in den Maersk-Konzern und die erfolgreiche Akquisition von Hyundai Merchant Marine als neuen Kunden haben den durch strukturelle Veränderungen bei den Reederei-Allianzen bedingten Negativtrend der vergangenen Jahre gestoppt. Somit stieg die Auslastung des Terminals nach einem schwachen ersten Halbjahr mit Rückgängen von noch rund 16 Prozent im zweiten Halbjahr wieder deutlich an. Seit Januar 2019 läuft darüber hinaus ein großer Asien-Dienst der Ocean Alliance das Eurogate-Terminal an und trägt zu einer deutlich verbesserten Auslastung bei.

Das Eurogate Container Terminal Wilhelmshaven zeigte in 2018 mit einem Zuwachs von 18,3 Prozent im dritten Jahr in Folge ein zweistelliges Wachstum. 2018 wurden hier über 655.000 TEU umgeschlagen. Der regelmäßige Anlauf eines Westafrika-Dienstes von Maersk, die neue Rolle als „Last Port of Call“ eines Fernost-Dienstes der 2M-Allianz sowie die Ganzjahreswirkung des unterjährig im Jahr 2017 akquirierten Fernost-Dienstes der Ocean Alliance waren für die neuerliche Steigerung des Gesamtumschlags ausschlaggebend. Das Interesse der Reederei-Allianzen am Eurogate Container Terminal Wilhelmshaven, vor allem für den Einsatz ihrer Ultra Large Container Ships (>18.000 TEU), ist aufgrund seiner nautischen Bedingungen und seiner Leistungsfähigkeit weiter gestiegen. Die Chancen für weiteres Wachstum im zweistelligen Prozentbereich stehen also sehr gut.

Eurogate Intermodal

Die Qualität der Hinterland-Anbindungen der Seehäfen an die europäischen Wirtschaftszentren hat maßgeblichen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit der Hafenstandorte. Mit Eurogate Intermodal bietet der Eurogate-Konzern eigene Transportverbindungen ins europäische Binnenland an. Die Eurogate-Tochtergesellschaft konnte die per Bahn und Lkw transportierten Mengen mit 654.560 TEU auf dem Niveau des Vorjahres (657.969 TEU) halten. Eine neue Direktverbindung des Hamburger Hafens mit dem Bahnterminal in Singen (Baden-Württemberg) erweitert seit Januar 2019 das Netzwerk von Eurogate Intermodal.

Inklusive der internationalen Containertransporte in Italien, Portugal und Brasilien konnte Eurogate die Mengen im intermodalen Netzwerk um 2,8 Prozent auf 1,05 Millionen TEU steigern.

Eurogate International

Negativ beeinflusst werden die Umschlagszahlen 2018 durch deutliche Rückgänge an den Transshipment-Terminals in Italien. Vor allem Cagliari ist sehr stark von den Verschiebungen der Liniendienste an andere Terminals betroffen und verliert fast 50 Prozent der Umschlagsmenge. Gioia Tauro verzeichnet einen Rückgang von 4,5 Prozent, verbleibt jedoch auf einem soliden Niveau (2,29 Millionen TEU). Positiv entgegen entwickelten sich die Terminals in La Spezia (1,35 Millionen TEU, +0,8 Prozent) und Salerno (332.000 TEU / +5,6 Prozent).

Erfolgreich zeigte sich auch der Geschäftsbereich Intermodal der Contship Italia-Gruppe. Die 2018 per Bahn transportierten Volumina stiegen um 3,3 Prozent auf 311.049 TEU (Vorjahr: 301.009 TEU).

An den weiteren Terminals der Eurogate-Gruppe wurden im Vergleich zum Vorjahr insgesamt ebenfalls stabile Umschlagsmengen erreicht. Dem streikbedingten Rückgang der Mengen in Lissabon, Portugal, von rund 30 Prozent auf 137.000 TEU steht die positive Entwicklung des Standortes in Limassol, Zypern, mit rund 14 Prozent Wachstum auf inzwischen fast 394.000 TEU gegenüber. Die Lieferung und Inbetriebnahme zweier neuer Containerbrücken im ersten Quartal 2019 haben die Voraussetzung für weiteres Wachstum des Terminals in Limassol geschaffen.
Die Umschlagsmenge im russischen Ust-Luga lag sanktionsbedingt bei 69.000 TEU (Vorjahr: 74.000 TEU / -7,1 Prozent).

In Tanger, Marokko, war mit 1,38 Millionen TEU ein Umschlagsvolumen auf dem hohen Niveau des Vorjahres (1,38 Millionen TEU / -0,5 Prozent) zu verzeichnen. Die geographisch hervorragende Lage des Containerhafens, direkt an der Straße von Gibraltar und damit an den wesentlichen Ost-West-Routen der Containerschifffahrt, veranlassen Eurogate, weiterhin in den Standort zu investieren und sich an dem Bau und Betrieb des TC3 zu beteiligen. Der TC3 befindet sich in dem Erweiterungsgebiet von TangerMed, westlich des heutigen Standorts von Eurogate Tanger. Eurogates Partner in dem Projekt sind der marokkanische Hafenbetreiber Marsa Maroc und Contship Italia. Mitte 2020 wird das neueste Terminal des Eurogate-Netzwerks in Betrieb gehen.

Ausblick 2019

Die Rahmenbedingungen werden sich im Jahr 2019 für Eurogate kaum verändern. Die Konsolidierungsbewegungen zwischen den Reedereien sind zwar noch nicht abgeschlossen, werden aber voraussichtlich im laufenden Jahr nicht zu gravierenden Veränderungen führen. Die jetzt schon starke Marktkonzentration unter den Reederei-Allianzen und die anhaltende Schiffsgrößenentwicklung lassen allerdings den Leistungs- und Kostendruck auf Seiten der Terminalbetreiber weiter ansteigen. Eurogate muss und wird daher weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Insgesamt sieht sich das Unternehmen aber gut positioniert. Etliche Projekte zur Prozess-Optimierung sind bereits initiiert, um den Kunden mehr Leistung und Effizienz in der Abfertigung bieten zu können. Die mittel- bis langfristige Steigerung des Automatisierungsgrades im Containerumschlag und die Einführung moderner, digitaler Steuerungsmethoden für das operative Geschäft stehen dabei im Mittelpunkt der Bemühungen der Unternehmensgruppe

Quelle: Eurogate, Bild: Eurogate / Sabine Vielmo

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