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Deutsche Post DHL Group und UNDP rüsten zwei internationale Flughäfen im Irak für den Katastrophenfall

DPDHL: Pressekonferenz Irak

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und DPDHL werden vom 14. bis zum 18. April 2019 einen ‚Get Airports Ready for Disaster‘ (GARD) Workshop im Irak durchführen. Ziel des in Zusammenarbeit mit der staatlichen Krisen-Koordinierungsstelle für die Autonome Region Kurdistan durchgeführten Trainings an den internationalen Flughäfen von Erbil und Sulaimaniyya ist die Schulung des Flughafenpersonals in der Krisenlogistik. Insgesamt werden 30 Flughafenmitarbeiter und Vertreter der relevanten staatlichen Behörden am fünftägigen Workshop am Flughafen in Erbil teilnehmen. Damit führen DPDHL und UNDP erstmals einen GARD-Workshop im Irak durch.

Neben der volatilen Sicherheitslage im Land ist der Irak aufgrund seines stark variierenden Klimas anfällig für Naturkatastrophen wie Dürren und Versteppung, Überschwemmungen, Sandstürme oder Erdbeben. Entlang der Grenze zum Iran, wo die Eurasische und die Arabische Platte aufeinandertreffen, treten häufig Erdbeben auf. Im November 2017 wurde das Gebiet von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,3 erschüttert. Es war das schwerste je in der Region verzeichnete Erdbeben und galt als tödlichstes Erdbeben des Jahres 2017.

„Bei unseren Einsätzen nach Naturkatastrophen sehen wir bei DPDHL immer wieder, wie die Flughäfen mit dem Zustrom an eintreffenden Hilfsgütern, freiwilligen Helfern und Streitkräften sowie den vielen Menschen, die versuchen, die Region zu verlassen, überfordert sind und im Chaos versinken. Hinzu kommt, dass humanitäre Hilfe manchmal eintrifft, bevor das Flughafenpersonal die Weiterleitung der Hilfsgüter organisieren konnte, so dass es zu massiven Engpässen in der Hilfsgüterlogistik kommt. Im Katastrophenfall zählt jede Sekunde und je effizienter ein Flughafen die eintreffenden Flugzeuge abfertigen kann, desto schneller erreichen die Hilfsgüter auch diejenigen, die sie am dringendsten benötigen“, sagt Chris Weeks, Leiter der Humanitären Angelegenheiten von Deutsche Post DHL Group. „Wir sind sehr stolz darauf, unseren ersten GARD-Workshop im Irak durchzuführen, und hoffen, dass die hiesigen Behörden aus diesen Trainings einen Nutzen ziehen können.“

Unter anderem sollen im Rahmen des GARD-Workshops Bereiche auf dem Flughafengelände identifiziert werden, die im Katastrophenfall als Schaltstellen für die Katastrophenlogistik dienen könnten. Außerdem werden die Kapazitäten für die Abfertigung eines hohen Passagier- und Frachtaufkommens sowie für die Lagerung von Hilfsgütern an beiden Flughäfen bewertet.

„Wir freuen uns über diese Partnerschaft und begrüßen diese einmalige Initiative, da sie uns helfen wird, unsere Krisenmanagement-Kapazitäten weiter zu verbessern, um Hilfsgüter und Hilfskräfte im Katastrophenfall schneller abfertigen und weiterleiten zu können. Wir danken UNDP Irak und DPDHL, dass sie dieses Programm hier durchführen“, sagte Hoshang Mohamed, Generaldirektor der staatlichen Krisen-Koordinierungsstelle für die Autonome Region Kurdistan im Innenministerium.

Wie Vakhtang Svanidze, UNDP-Landesverantwortlicher im Irak, erklärt, ist die Vorbereitung der Flughäfen auf Katastrophensituationen für UNDP ein so wichtiges Anliegen, weil „die Gefahr von Naturkatastrophen oder menschengemachten Katastrophen weiterhin hoch ist. Beispielsweise kommt es im Irak durch Starkregen immer wieder zu schweren Überschwemmungen mit Todesopfern, Vertriebenen und schweren Schäden. Der marode Staudamm von Mossul stellt eine erhebliche Gefahr für die Menschen dar, die im Überschwemmungsgebiet des Tigris leben.“ Wie Svanidze ergänzt, „kann die Koordination der Krisenlogistik nach einer großen Katastrophe komplex sein. Für eine schnelle und effiziente humanitäre Hilfe ist der Lufttransport sehr wichtig.“ Daher fördere UNDP auch aktiv „die kritische Rolle der Katastrophenbereitschaft von Flughäfen für eine effiziente Soforthilfe im Ernstfall“.

Seit 2009 sind fast 50 GARD-Workshops in 24 Ländern abgehalten und damit knapp 1.160 Teilnehmer geschult worden. Im Nahen Osten wurden bislang Workshops in Teheran (2017), Almaty (2017), Aqaba (2016), Amman (2014), Jerewan (2013) und Beirut (2012) durchgeführt.

Quelle: Deutsche Post AG, Bild: © UNDP Iraq 2019

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